4. Glass Design Award

Glass can ...

Internationaler Designwettbewerb für Studierende aus designorientierten und kreativen Studiengängen

Unter dem Wettbewerbstitel „Glass can …“ waren die Teilnehmer aufgerufen die besonderen Eigenschaften von Glas herauszustellen und nach Möglichkeit Verbindungen zu anderen Rohstoffen zu schaffen.

Die Teilnehmer durften ihre Kreativität und Individualität in die Entwürfe einfließen lassen und konnten ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und erlernten Techniken aus dem Studium in die Praxis umsetzen. Die Teilnehmer bekamen mit dem Glass Design Award Raum zum Forschen und Experimentieren und konnten so unter anderem die Grenzen des Möglichen ausloten.

Die Beiträge konnten künstlerisch oder produktdesignorientiert gestaltet werden. 

Der 4. Glass Design Award war mit 12.000 Euro Preisgeld dotiert.

 

Bis zum 30. September präsentiert die Glasmanufaktur Harzkristall die Sonderausstellung zum 4. Glass Design Award der Gerhard Bürger Stiftung.  Die Ausstellung zeigt 17 Wettbewerbsbeiträge von Studierenden. Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in die Zukunft des Glasdesigns und können die prämierten sowie ausgewählten Arbeiten aus nächster Nähe erleben. Besuchen Sie die Sonderausstellung in der Glasmanufaktur Harzkristall im Rahmen des Erlebnisrundgangs "Manufaktour" und erleben Sie, wie Glas begeistert, überrascht und verbindet. 

 

 

Benefits

Praxiserfahrung in der Produktentwicklung und Projektarbeit

Wertvolle Tipps und Hilfe von den Profis bei der praktischen Umsetzung in der Hütte

Finanzielle Unterstützung bei der Realisierung von der Gerhard Bürger Stiftung

Nutzung der Produktion bzw. der Hütte der Glasmanufaktur Harzkristall in Derenburg (kostenfrei für die Studierenden)

Connections aufbauen mit Produktentwickler und in der Glasszene

Verbund aus der Theorie in den Vorlesungen und der Praxis in der Entwicklung

Attraktive Preisgelder und Gewinne

Bestehende Absatzkanäle nutzen und Gewinnbeteiligung bei Verkauf

 

 

1. Platz

Struktur im Wandel

Julia Rhein

Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Julia Rhein greift in ihrer künstlerischen Arbeit den Wandel der Zeit in der Region Harz auf. Sie verbindet mit dem Borkenkäfer das Verhältnis von Natur, Umwelt und Regionalität und entwickelte daraus ein Ensemble formschöner Gefäße. Die Fraßspuren der vom Borkenkäfer befallenen Baumrinden erscheinen als ästhetische Strukturen im Glas. Sedimentschichten aus der Landschaft des Harzes und Strukturen aus den Bergstollen wie Maserungen wurden in das Glas übersetzt. In der Farbgestaltung wurde ebenfalls der Bezug zu den Farben des Waldes aufgenommen. Dieser formschöne mehrdimensionale und interdisziplinäre Ansatz im Umgang mit dem Material verbunden mit ihrer offenen Fragestellung an die Wahrnehmung der Natur heute und die Anforderungen an einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen zeigen ein breites Spektrum im Erkundungsraum mit dem Werkstoff Glas.

1. Platz

SHARDS

Leon Adrian Habig

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Ausgangspunkt des Projekts SHARDS war die Frage, wie Glasabfälle aus dem handwerklichen und gestalterischen Kontext sinnvoll wiederverwertet werden können. Aus dieser Problemstellung entwickelte Leon Adrian Habig zwei einander ergänzende Ansätze: einen Kreislaufsystem zur Herstellung von Recycling-Farbzapfen für den Studioglasbereich sowie ein reduziertes Low-Tech-Studio, das Glasabfälle mittels Glass Casting in neue Objekte überführt. SHARDS verbindet Materialforschung, handwerkliche Erprobung und ökologische Verantwortung zu einem überzeugenden Gesamtkonzept.

(c) Julia Rhein
(c) Julia Rhein

2. Plätze

Lichtfelder

Hao Du

Weißensee Kunsthochschule Berlin

Poetisch wie der Titel der Arbeit präsentiert sich die von Hao Du zum Wettbewerb „Glass can“ eingereichte Lichtskulptur dem Betrachter. Glas ist hier nicht einfach nur eine Hülle, sondern Träger und Leiter von Licht. Die von ihm entwickelten zylindrischen, unterschiedlich hohen und breiten, oben abgerundeten Glaskörper lassen sich ästhetisch zu Gruppen zusammenfügen. Die gestalterische Reduktion auf drei Grundformen ermöglicht die serielle Produktion einer Vielzahl von Elementen. Zugleich bleibt jedes einzelne Objekt einzigartig, denn Wandstärke, Gewicht und Form sind beim Prozess des Glasmachens nicht vollständig kontrollierbar. 

Beide Seiten der Objekte werden sandgestrahlt. Das Licht selbst wird über ein Programm gesteuert. Das Lichtfeld pulsiert sanft, scheint fast zu atmen. Die Farbtemperaturen innerhalb des Feldes variieren leicht. Bemerkenswert ist, dass der poetische Charakter der Lichtskulptur auch erhalten bleibt, wenn die weißen Glaszylinder nicht leuchten.

Hao Du will mit dem von ihm entwickelten Objekt neue Wege der Lichtgestaltung beschreiten. Seine Lichtfelder akzentuieren den Raum, sind aber weit entfernt von klassischen Leuchten oder Lampen, die den Raum gleichmäßig oder punktuell erhellen. Der Duktus der Lichtfelder ist modern und puristisch und gleichzeitig zeitlos, ästhetisch und „einfach schön“.

 

Lichtbaustein

Linus Vogt

Weißensee Kunsthochschule Berlin

Linus Vogt hat mit seiner experimentellen Herangehensweise an das Glasgussverfahren neue Maßstäbe gesetzt. Besonders beeindruckt hat, wie es ihm gelingt, durch das gezielte Einbringen von Luft und Gas außergewöhnliche ästhetische Qualitäten im Glas hervorzubringen. Seine Serie macht einen im Herstellungsprozess oft nur flüchtig sichtbaren Moment dauerhaft erlebbar und eröffnet so neue Wege für die künstlerische Arbeit mit Glas.
Die entstandenen Lichtbausteine werden dank elektrodenbasierter Technik selbst zu leuchtenden Objekten, die einen weiteren, oft nur kurz sichtbaren Zustand des Glases gekonnt festhalten - jenen Moment, wenn das Glas glühend heiß und leuchtend aus dem Ofen kommt. Das warme Leuchten des mit Edelgas gefüllten Glases erinnert an den Ursprungsprozess und schafft eine subtile, atmosphärische Lichtwirkung.




 

Julia Rhein
(c) Julia Rhein

3. Plätze

Glass falls

Elisa Roinisto

Aalto University Helsinki

Elisa Roinisto bringt farbig glasiertes Porzellan im Fuß einer atmosphärischen Leuchte zusammen mit opakem, transluzentem Glas in ihrem Schirm. Beide Materialien sind verwandt, aber unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Lichtdurchlässigkeit. Die formale Gestaltung erzeugt einen Eindruck von organischem Ineinandergreifen beider Elemente wie bei gewachsenen Formen. Die Jury lobt den sensiblen Umgang mit den Materialien und die Qualität der formalen Gestaltung.

 

Cube

Viivi Hirvikangas

Aalto University Helsinki

Hinter den farbenfrohen, heiter wirkenden Objekten von Viivi Hirvikangas steckt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Glasmachern und Designer:innen im Entwicklungsprozess von Glasentwürfen. Über das eigenhändige Herstellen von an der Flamme vorgeformten farbigen Elementen beteiligt sich die Designerin aktiver am Arbeitsprozess und erlangt so ein größeres Maß an Kontrolle über das Ergebnis als es normalerweise in solch einer Zusammenarbeit möglich ist. Die geometrische Strenge der Form bildet ein Gegengewicht zur Verspieltheit der Farbelemente.

Kontaktanfragen

Anfragen können Sie gern richten an:

Otto Sievers

039453 680 - 39

stiftung@harzkristall.de