Lichtfelder
Hao Du
Weißensee Kunsthochschule Berlin
Poetisch wie der Titel der Arbeit präsentiert sich die von Hao Du zum Wettbewerb „Glass can“ eingereichte Lichtskulptur dem Betrachter. Glas ist hier nicht einfach nur eine Hülle, sondern Träger und Leiter von Licht. Die von ihm entwickelten zylindrischen, unterschiedlich hohen und breiten, oben abgerundeten Glaskörper lassen sich ästhetisch zu Gruppen zusammenfügen. Die gestalterische Reduktion auf drei Grundformen ermöglicht die serielle Produktion einer Vielzahl von Elementen. Zugleich bleibt jedes einzelne Objekt einzigartig, denn Wandstärke, Gewicht und Form sind beim Prozess des Glasmachens nicht vollständig kontrollierbar.
Beide Seiten der Objekte werden sandgestrahlt. Das Licht selbst wird über ein Programm gesteuert. Das Lichtfeld pulsiert sanft, scheint fast zu atmen. Die Farbtemperaturen innerhalb des Feldes variieren leicht. Bemerkenswert ist, dass der poetische Charakter der Lichtskulptur auch erhalten bleibt, wenn die weißen Glaszylinder nicht leuchten.
Hao Du will mit dem von ihm entwickelten Objekt neue Wege der Lichtgestaltung beschreiten. Seine Lichtfelder akzentuieren den Raum, sind aber weit entfernt von klassischen Leuchten oder Lampen, die den Raum gleichmäßig oder punktuell erhellen. Der Duktus der Lichtfelder ist modern und puristisch und gleichzeitig zeitlos, ästhetisch und „einfach schön“.
Lichtbaustein
Linus Vogt
Weißensee Kunsthochschule Berlin
Linus Vogt hat mit seiner experimentellen Herangehensweise an das Glasgussverfahren neue Maßstäbe gesetzt. Besonders beeindruckt hat, wie es ihm gelingt, durch das gezielte Einbringen von Luft und Gas außergewöhnliche ästhetische Qualitäten im Glas hervorzubringen. Seine Serie macht einen im Herstellungsprozess oft nur flüchtig sichtbaren Moment dauerhaft erlebbar und eröffnet so neue Wege für die künstlerische Arbeit mit Glas.
Die entstandenen Lichtbausteine werden dank elektrodenbasierter Technik selbst zu leuchtenden Objekten, die einen weiteren, oft nur kurz sichtbaren Zustand des Glases gekonnt festhalten - jenen Moment, wenn das Glas glühend heiß und leuchtend aus dem Ofen kommt. Das warme Leuchten des mit Edelgas gefüllten Glases erinnert an den Ursprungsprozess und schafft eine subtile, atmosphärische Lichtwirkung.